Meine Hormontherapie (eine Zusammenfassung)………..

……………oder wenn Hochbegabung und Querdenken auf Schulmedizin trifft.
          Vorwort: Inspiriert durch einen Facebook-Beitrag schreibe ich jetzt diese Zusammenfassung meiner „Hormontherapie“, wenn man das die ersten 9 Monate so hätte nennen können.


           Voranschicken muss ich noch, dass Anfang Mai 2017 mein Körper schon seine eigene Hormontherapie begann. Zu diesem Zeitpunkt begannen ganz massive, körperliche Veränderungen vom Mann zur Frau. Bis ich dann von einem Endokrinologen Östrogen-Gel verordnet bekam, um meine Feminisierung anzuleiern waren einige Hürden zu überwinden (Hormonersatztherapie, zum Ersten, zum Zweiten und zum ……).


          Anfang August 2018 bis Mitte September 2018: Der Endo fing gaaaaaaanz vorsichtig an. 2 Hub Gynokadin-Gel = 1,5mg Östrogen täglich morgens und 10mg Androcur, das sollte für unbestimmte Zeit ausreichend sein. Estradiol vor Beginn der HET 36pg/ml.


Befinden:

+ Ein wenig weiteres Brustwachstum.

+ Die Umverteilung vom Bauchfett schreitet voran.+ Die Haut wird noch etwas weicher.

+ Die Restlichen Haare an Beinen, Armen und Rücken gehen aus.

+ weiblicheres Gesicht

+ Muskulatur wird weiblicher

— Dauerdurchfall.

— Stärkere Stimmungsschwankungen.


          Mitte September 2018 bis Ende November 2018: Ende Oktober 2018 hatte ich einen Kontrolltermin. Estradiol 30pg/ml. Der Endo hielt diesen Wert für mein Alter für ausreichend und wollte die nächsten Monate nichts daran ändern. Der Wert mit HET war also niedriger, als der Wert, den mein Körper selbst herstellte!?!?


Befinden:

+ …..

+ …..

— Starker Dauerdurchfall

— Stärker werdende Depressionen

— Starke Muskel- und Gelenkschmerzen

— Hitzewallungen

— Wieder stärker werdende Behaarung

— beginnende Depressionen

— Das Bauchfett wird wieder umgelagert

— wieder männlichere Gesichtszüge

— Die Muskulatur wird wieder männlicher

— Ein Wechselbad der Gefühle

 
          Anfang Dezember 2018 bis Ende Februar 2019: Im Verlauf des November recherchierte ich, dass meine vielen Probleme auf eine Unterversorgung mit Östrogen zurückzuführen war. Ich wollte eine Dosiserhöhung erreichen, die mir aber verweigert wurde. Die nächste Erhöhung von 2 Hub auf 3 Hub war erst im August 2019 vorgesehen. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Mir geht es sehr schlecht und denen in Frankfurt fällt nichts besseres ein, als mich wieder hinzuhalten. Aber nicht mit Emma Klum…….. Nach einer bösen E-Mail wurde mir „erlaubt“ 3 Hub Gynokadin aufzutragen. Als die Erlaubnis kam, hatte ich mir selbst schon 4 Hub erlaubt. Dann wechselte ich zu einer Praxis in Aschaffenburg. Dort kam ich vom Regen in die Traufe. Zunächst fand der Endo die 4 Hub gut. Damit kam ich auf einen Estradiolwert von 47pg/ml, was für eine Frau meines Alters gut wäre. Dann wollte ich mit dem Androcur aufhören und einen anderen Blocker haben. Das kapierte er aber nicht, oder er wollte nicht. Jedenfalls sollte ich ab Februar 50mg von dem Zeugs nehmen. Weil ich immer noch Wechseljahrbeschwerden hatte und mir der Estradiolwert zu gering erschien wollte ich 6 Hub Gynokadin auftragen, was mir zunächst gestattet wurde. Dadurch erhöhte sich der Wert auf 67pg/ml. Damit ging es mir endlich wieder gut. Mitte Februar 2019 brauchte ich wieder ein Rezept für Gynokadin. Das wurde mir verweigert, weil die maximale Dosis nur 2 Hub wäre und ich hätte ja im Januar erst ein Rezept bekommen. Da Stand ich erst einmal im Regen.


Befinden:

+ alles wieder Richtung weiblicher

+ Das Brustwachstum geht mächtig weiter

+ Die Gefühlswelt kommt wieder in Ordnung

— Weiter Dauerdurchfall

— Nach 2 Wochen absetzen von Androcur kein Durchfall, aber aggressiv. Deshalb zumindest 25mg.


          Anfang März 2019 bis Mitte September 2019: Wegen des Gynokadins half mir mein Frauenarzt weiter und dann noch meine Hausärztin. Das war aber kein Dauerzustand. Also recherchierte ich nach anderen Frauenärzten, die Erfahrung mit Transsexualität haben. Ich wurde in Fulda beim MVZ fündig. Diese Frauenärztin hatte Verständnis und ich bekam auch schnell einen Termin und dann auch ein Rezept über 4 Dosierspender Gynokadin. Mehr könne sie nicht im Quartal aufschreiben, da es sonst Ärger mit KV Hessen gäbe. Also schrieb ich einen ganz bösen Brief an die KV Hessen. Ich drohte mit einem Gerichtsverfahren, wenn ich nicht die nötige Anzahl Gynokadin-Dosierspender bekäme. Das wirkt bis heute.


Befinden:

+ alles wieder Richtung weiblicher

+ Das Brustwachstum geht mächtig weiter

+ Die Gefühlswelt kommt wieder in Ordnung

— Weiter Dauerdurchfall


          Mitte September 2019 bis 7.Mai 2020: Eine Woche vor der GaOP am 13. September hörte ich mit dem Androcur auf und 2 Tage vorher mit dem Gynokadin. Am 14. September fing ich wieder mit der Gynokadin-Schmiererei an, zunächst vorsichtig mit 1-0-1. Nachdem ich wieder aufstehen durfte steigerte ich alle 2 Tage um einen Hub, bis ich wieder bei der Dosierung 3-0-3 war. Das machte ich bis zum 15. Dezember. Am 16. war ich irgendwie wie stoned. Ich hatte das Gynokadin-Gel im Verdacht und reduzierte die Dosis auf 1-0-1 bis ich nach fast einer Woche Wechseljahrbeschwerden bekam, dann steigerte ich wieder langsam auf 2-0-2 bis zur Korrektur-OP am 15. Januar. Dann bekam ich nächtliche Hitzewallungen. Also steigerte ich auf 2-0-3. Bis zum 7. Mai hielt ich diese Dosierung bei. Dann begann ein neues Kapitel der HET.


Befinden:

+ Etwas wechselhaft — siehe Text

+ Das Brustwachstum erreichte ungeahnte Dimensionen

+ Kein Dauerdurchfall mehr

— Dauer-PMS so etwa ab Anfang Februar mit allen möglichen Symptomen


          Seit 8. Mai 2020: Meine „Neue“ HET begann mit Lieferproblemen bei Gynokadin-Gel. Ich wurde bei meiner Hausärztin vorstellig und die verordnete Estreva-Gel. Umgerechnet auf die Östrogenmenge von 6 Hub Gynokadin wären das 8 Hub Estreva gewesen. Ich trug also 3 Tage lang 8 Hub Estreva auf und war dann wie auf Drogen. Ich kam dann darauf, dass das Estreva besser in die Haut einzieht, also mehr Wirkstoff aufgenommen wird. Im Ergebnis meiner Überlegungen reduzierte ich die Dosis auf 6 Hub und einige Tage später auf 4 Hub. Von nun an ging es mir wieder wesentlich besser. Nur die Dauer-PMS war immer noch spürbar. Deshalb hatte ich am 7. Mai einen Termin bei meiner Frauenärztin. Die sah den „Handlungsbedarf“ und verordnete mir Progesteron-Weichkapseln. In meinem Blut ist praktisch kein Progesteron nachweisbar. Die Kapseln drücke ich aus und trage das Öl auf die Haut auf.

Jetzt muss ich etwas ausholen: Seit Oktober 2018 habe ich meine Tage. Also nicht die Tage vor den Tagen, sondern eine richtige Menstruation. Es begann an einem Donnerstag etwa um 21 Uhr. Und, man glaubt es nicht, 28 Tage später um etwa 21 Uhr begannen wieder heftige Unterleibsschmerzen und was da noch dazu gehört. Das geht bis heute so. Jetzt beginnt es allerdings in der Zeit zwischen Sonntags 21 Uhr und Montags 3 Uhr (meistens etwa um Mitternacht). Die Verschiebung um jetzt 4 Tage kam durch die OP-Strapazen. Dazu bemerkte ich seit Februar 2019, dass sich mein Körpergeruch in der Zeit vom 13. bis 16. Tag des Zyklus etwas ändert. In diesem Zeitraum findet gewöhnlich der Eisprung statt.

Meine HET sieht deshalb jetzt so aus:
Vom 1. Tag des Zyklus bis zum 13. Tag Estreva 2-0-2, Progesteron 0-0-1.
Vom 14. Tag des Zyklus bis zum 27. Tag Etreva 3-0-3, Progesteron 1-0-1.
Am 28. Tag dse Zyklus kein Progesteron.
Beginn des neuen Zyklus.

Ich simuliere jetzt den normalen Zyklus einer Frau im gebärfähigen Alter und es geht mir dabei so gut — es ist einfach unbeschreiblich. Kein PMS, keine Schmerzen, keine Hitzewallungen, nichts von Dauer.

Erwähnen sollte ich noch, dass bei der GaOP das Bisschen, das von der Harnröhre übrig war in die Scheide mit „eingebaut“ wurde. Beim GV wird es mächtig feucht und wenn ich meine Tage habe, dann mit Ausfluß (Ohne Blut), dass ich eine Binde benötige.

Ich dachte mir, wenn schon eine Veränderung, dann richtig. Wenn mein Körper von selbst mit 64 Jahren mit dem Menstruationszyklus anfing, dann ziehe ich das jetzt auch konsequent durch. Ändern lässt sich daran wahrscheinlich eh nichts. Ich denke, dass mein Körper schon irgendwann von selbst wieder aufhört.


Das war jetzt die Zusammenfassung meiner HET.

Nachtrag: Ich bin gestern darauf gestoßen, dass das Progesteron transdermal viel geringer dosiert werden kann. Ich drücke eine Kapsel aus und trage 1/3 davon auf den Arm auf. Das reicht mMn völlig aus.


Eure Emma

PS.: Zwischendurch hatte ich ein „Zuviel“ des Progesterons. Das Äußerte sich in ähnlichen Beschwerden, wie die PMS oder die Östrogendominanz. Seit jetzt 8 Wochen habe ich die Sache im Griff.

PPS.: Ich stellte fest, dass das Progesteron (eine weiße, ölige Substanz) von der Haut denn doch nicht so ganz gut aufgenommen wird. Ich recherchierte einmal im Netz und kam darauf, dass es Leute gibt, die sich eine Progesteroncreme selbst mischen. Die Mischung aus der Apotheke ist nämlich nicht so stark. Ich mische jetzt 100mg (= 1 Kapsel) mit 500 mg Hautcreme. Diese Mischung zieht fast rückstandslos in die Haut ein. Jetzt kann ich je nach Bedarf dosieren. Dazu habe ich ein kleines Messer präpariert. Zwischen 5 und 20 Milligramm kann ich damit abmessen. Ich fange immer mit einer kleinen Dosis an und wenn ich merke, dass das nicht ausreicht wird nachdosiert. Meine Endokrinologin würde wahrscheinlich ein furchtbares Gezeter anfangen, wenn sie das wüsste. Das ist mir aber egal.

Dosierungen:

Estreva-Gel: 2–0–2–0

Progesteron-Creme: 0–0–5–5 bis15 mg

Es kann aber sein, dass ich bei dem Estreva-Gel noch etwas nachjustieren muss. Eventuell muss ich in zweiten Zyklushälfte mehr auftragen. Das muss ich beobachten. Mit der aktuellen Dosierung komme ich auf einen Estradiol-Wert von 73pg/ml.

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