Erinnerungen 4

In den 1960er Jahren waren die Lehrkräfte noch so was von eingebildet — unglaublich.
Mein Problem im 8. Schuljahr bestand darin, dass ich für mein Alter ungewöhnlich viel Sachbücher über alle möglichen Themen las — nein, verschlang — und von diesem Wissen auch Gebrauch machen wollte.
So kam es beinahe täglich zu der Situation, dass ich Fehler und veraltete Informationen (waren teilweise 10 bis 15 Jahre alt) entdeckte und dies im Unterricht auch mitteilte. Jedesmal gab es einen Aufschrei der Lehrkraft, dass das, was in den Schulbüchern steht, richtig sei und ich solle aufhören anderes Wissen zu verbreiten. Die Mitschüler lachten dann Jedesmal herzhaft über meine Abfuhr. Das tat so richtig weh.
Am tollsten trieb es unser Mathelehrer. Ich fand manchmal andere Lösungswege um zum Ergebnis zu kommen. Er strich in den Mathearbeiten jedesmal eine solche Aufgabe durch und schrieb daneben: Nicht gelöst!
Eines Tages ging mir das Alles so auf den Keks, dass ich für mich beschloss, mich nicht mehr am Unterricht zu  beteiligen. Ich schaltete ab.
So etwa 10 Jahre später bewarb ich mich als Sachbearbeiter bei einem großen Unternehmen in der Nähe des Darmstädter Hauptbahnhofs. Als Einstellungstest wurde auch ein IQ-Test gemacht. Nach einigen Stunden wurde mir mitgeteilt, dass ich mit einem IQ von über 140 zu intelligent für die Stelle sei. Hääää!!!???
Seit über 30 Jahren wundere ich mich nicht mehr, dass es hier in Deutschland kaum noch Denker gibt, wenn Intelligenz bestraft wird.
Eure Emma

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