Die Wochen danach

Nichts war mehr wie vorher. Wir waren alle mit der Situation überfordert. Wenn ich mich wenigstens hätte irgendwie vorbereiten können. So eierte ich selbst tagelang hilflos herum und nervte meine Umgebung. Nach vielleicht einer Woche meinte meine Frau, dass wir jetzt doch andere Kleidung für mich bräuchten. Sie hätte in ihrem Kleiderschrank einige Dinge, die ihr zu groß wären und ob ich mir die einmal anschauen möchte.
Na klar doch. So kam ich zu meiner ersten Frauenkleidung. Bei Amazon bestellte ich dann noch einige Dinge und Einiges kauften wir noch bei KIK. Nach einigen Tagen hatte ich eine kleine Grundausrüstung zwischen meinen Männerklamotten hängen. So konnte ich im Haus und auch mal im Hof und Garten als Frau unterwegs sein. Ich war überglücklich.
Für meine Hausmeistertätigkeit im DorfgemeinschaftsHaus musste ich mich allerdings dann umziehen (besser: verkleiden).
Das ging dann so bis zum 3. Dezember 2017. Da kam es zu einer Begegnung, die jede Planung des Coming Out im Dorf über den Haufen warf. Jetzt lebe ich seit diesem Tag komplett als Frau und bin wie ausgewechselt.
Der sogenannte Alltagstest hatte begonnen — nur dass es für mich kein Test war, sondern eine Notwendigkeit, um mich weiterhin wohl zu fühlen.
Kurz danach fand ich zufällig eine Psychotherapeutin in Frankfurt. Ab dem 21.12.2017 hatte ich dann Psychotherapie.
Eure Emma

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