Die Welt mit anderen Augen!

Seit ein paar Wochen bemerke ich eine weitere Veränderung.
Wenn meine Frau und ich Ausflüge machen sehe ich Dinge, die ich schon früher gesehen hatte mit anderen Augen. Was ich früher nicht mehr oder auch nie interessant fand, ist auf einmal ein Erlebnis für meine Augen.
Ein gutes Beispiel ist der vergangene Kurzurlaub. Meine Frau und ich waren ein paar Tage in der Gegend zwischen Bad Kreuznach und Bingen, die uns von 1998 bis 2004 eine Heimat war. In dieser Zeit fuhren wir am Rhein entlang, um mal „etwas anderes zu sehen“. Die Jungs interessierte nur der Schiffsverkehr, meine Frau sich für altes Gemäuer und ich mich für gar nichts. Jetzt ist auf einmal alles anders.
Seit vielleicht 3 Wochen sind auf einmal Dinge interessant, die in den vergangenen Jahren zum Gähnen waren. An einem Nachmittag fuhren wir auf der linken Rheinseite entlang. Jetzt waren die alten Stadtkerne von Bacharach, von Oberwesel und von Sankt Goar äußerst interessant. Auch die Menschen, die sich da durch schoben waren auf einmal interessant. Aber im Gegensatz zu früher galt mein Blick nicht großen Ganzen, sondern den Details.
— Bacharach: früher Panorama der Menschenmenge mit den alten Häusern
jetzt einige Leute die dem Touristenführer zuhören, Details an den Häusern, Leute beim Eisschlecken, d.h. Streetfotografie.
— Oberwesel: früher Panorama der Stadtbefestigung
jetzt Details an der Mauer, an den Türmen, in den verschlungenen Gassen.
— Sank Goar: früher die gesamte Loreley mit Schiffsverkehr
jetzt einzelne Punkte der Steilwand, einzelne Büsche oder Bäume die sich da festkrallen, ein Zug der aus dem Tunnel kommt.
Auch oberhalb des Rheins, auf der Terasse hätte ich früher eher ein langweiliges Panorama gemacht. Jetzt entdeckte ich oberhalb von Lorch in Bergen eine Kapelle und noch weiter oben Häuser ganz nahe am „Abgrund“.
Alles sehr spannend. Ich fotografiere seit über 45 Jahren und habe meinen Stil gefunden. Den muss ich jetzt über Bord werfen. In der Naturfotografie habe ich schon meinen neuen Stil gefunden. Jetzt kommt die wesentlich größere Herausforderung mit den Details. Menschen aus der Menge zu isolieren ist noch keine Kunst, aber die anderen Dinge so zu isolieren, dass da ein Bild entsteht wie ich es sehe ist die eigentliche Kunst. Ich werde es jedenfalls weiter so handhaben, dass das Bild nur noch minimal am Rechner bearbeitet werden muss.
Ich werde da in Zukunft das eine oder andere Bild zeigen.
Übrigens — die Wasserkuppe ist noch der alte Stil.
Eure Emma

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