Nachruf

Ein Nachruf? Wer ist denn gestorben? So wird wohl mancher denken.
Nein, nein, so schlimm ist es auch wieder nicht. Am Freitag, 13.9. hat für mich endgültig und unwiderruflich mein neues Leben angefangen. Es geht um das, für mich über weite Teile meines alten Lebens nutzlose, Etwas zwischen den Beinen.
In der Kindheit dachte ich, das Dingens sei nur zum Pinkeln gedacht. Aber wieso sah dann meine Mutter und auch meine Schwester zwischen den Beinen ganz anders aus. Jedenfalls kam mit etwa 10 Jahren der Gedanke auf: So möchte ich auch eines Tages aussehen. Das ist viel schöner, als das, was ich da habe. Und 2 Jahre später wusste ich endgültig, dass ich zwar aussah, wie ein Junge, aber ein Mädchen war. Die Pubertät fing an. Das Dingens da wurde größer und manchmal, später immer öfter, ganz hart. Und dann kam da noch was — meine Finger weigern sich……..
Ekelhaft!!!
Irgendwo fiel einmal der Begriff „Freudenspender“ für das, was ich für mich gar nicht nachvollziehen konnte. Wo, bitteschön, soll da die Freude sein. Wenn es hängt braucht es sinnlos viel Platz in der Hose. Wenn es steht tut es weh und geht nicht mehr in die Hose. Wenn es spritzt ist es klebrig und pappig und kaum sauber zu kriegen.
Unter Heteropaaren stimmt das ja sogar, was soll aber ein Mensch, der genau weiß, das er weiblich ist mit so einem männlichen Körperteil. Ich hatte lange Jahre darauf keine Antwort und litt unsäglich darunter. Erst als meine Frau und ich heirateten konnte ich mich mit der Situation anfreunden. Ich machte das Beste daraus und gab jahrelang den sehr einfühlsamen Ehemann und mit dem Dingens bereitete ich meiner Frau doch manche schöne Zeit. Mit dessen Hilfe bekamen wir auch noch einmal Nachwuchs.
Irgendwann so etwa 2010 wollte das dumme Ding aber auf einmal nicht mehr. Es stotterte aber auch vorher schon manchmal und Pappzeug kam auch immer seltener. Wir fanden jahrelang keine Möglichkeit um sexuell wieder zusammen zu kommen. Seit 2 Jahren wissen wir, warum.
Ich wusste schon immer — schlimme Dinge passieren mir immer am Donnerstag vorher. Freitag, der dreizehnte war und ist für mich ein Glückstag.
Jetzt bin ich das ungeliebte Ding los. Jetzt habe ich endgültig mein neues Leben begonnen. Seit der OP habe ich viel geweint. Im Gegensatz zu den Tränen der Verzweiflung waren es nur Freudentränen.
Eure Emma

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